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11

Jun

2010

Prüfungen für Parolo

Das Schweizer Nationalteam trifft am Sonntag im Hinspiel der WM-Barrage auswärts auf Dänemark. Mit dabei ist auch St.Otmars Neuverpflichtung David Parolo. Nebenbei schreibt der 23-Jährige seine letzten Uni-Prüfungen.

Schneller als erwartet kehrt St. Otmars Neuverpflichtung David Parolo in die Nationalmannschaft zurück. (Bild: Wagner) Schneller als erwartet kehrt St. Otmars Neuverpflichtung David Parolo in die Nationalmannschaft zurück. (Bild: Wagner)

RABEA HUBER


HANDBALL. St. Otmar muss warten. Zwar ist David Parolo kommende Woche in St. Gallen. Jedoch nicht, um mit seinem neuen Verein die Saisonvorbereitung zu absolvieren. In die Ostschweiz reist der 23-Jährige mit dem Schweizer Nationalteam. Denn im Athletik Zentrum findet am 20. Juni das Rückspiel gegen Dänemark statt. Zuerst gilt es aber am Sonntag im Kopenhagener Vorort Bröndby eine gute Ausgangslage zu schaffen. «Ein Rückstand von sieben, acht Toren wäre im Rückspiel nur schwierig aufzuholen», sagt Parolo. «Eine Differenz von drei, vier Treffern könnten wir hingegen in St. Gallen wettmachen. Aber natürlich reisen wir nicht nach Dänemark mit dem Ziel, mit drei Toren zu verlieren.» Das Selbstvertrauen im Schweizer Nationalteam stimmt, der Trend zeigt nach oben. Am Dienstag besiegte die Mannschaft von Trainer Goran Perkovac den EM-Neunten Österreich in Altdorf deutlich mit 36:27.

 

Auf Aufgaben fokussieren

 

Für Parolo waren es stressige Tage. Denn er befindet sich mitten in den Abschlussprüfungen seines Bachelor-Studiums. Am Dienstagmorgen schrieb er an der Uni in Zürich einen Test, kehrte danach für die Partie gegen Österreich zurück nach Altdorf, um bereits am Mittwochmorgen in Zürich die nächste Prüfung zu absolvieren. «Dazwischen musste ich auch noch lernen. Aber ich habe gelernt, mich auf die jeweilige Aufgabe zu fokussieren», so Parolo. Im Testspiel war von seinen Nebenschauplätzen nichts zu merken. Der Regisseur wurde in der 45. Minute eingewechselt und spielte sogleich mit viel Schwung nach vorne. Seine Einsatzzeit nutzte er zu zwei Toren. Die Prüfung auf dem Feld hat er damit schon einmal bestanden.
Österreich beorderte auf Topskorer Andy Schmid eine Manndeckung, dasselbe System erwartet Trainer Perkovac auch in Dänemark. Zumal Schmid dort durch die vergangene Saison bei Bjerringbro-Silkeborg bestens bekannt ist und zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Durch die Spezialbewachung auf den Regisseur gibt es mehr Platz für andere Spieler, und für diese Rolle hat Perkovac unter anderem den schnellen und wendigen Parolo vorgesehen. Der 23-Jährige ist damit «schneller als erwartet» in das Nationalteam zurückgekehrt. Denn dies war eines seiner Hauptziele, als er sich im Frühling zu einem Wechsel von Suhr Aarau zu St. Otmar entschieden hatte.

 

Zweimal den Cut überstanden

 

Weil die Spieler der Kadetten wegen des EHF-Cup-Finals zum Start der Vorbereitungen auf das WM-Playoff noch fehlten, hat Perkovac insgesamt 24 Akteure nominiert. Später reduzierte er das Kader auf 20 Spieler, 18 reisen morgen nach Dänemark. Parolo hat beide Cuts überstanden. «Da-id steht schon länger auf meiner Liste als Alternative für Andy Schmid. Erst in letzter Zeit hat er aber immer mehr das gespielt, was ich von ihm erwarte. Gegen Österreich hat er eine tolle Partie gezeigt», so Perkovac. Damit hat der Nationaltrainer zwei Varianten bereit, wenn Schmid wegen der Manndeckung auf die Position im linken Rückraum rückt. Die eine ist der St. Galler Elio Bucher, der bei den Kadetten spielt, die andere Alternative bildet Parolo. «Elio Bucher ist der bessere Verteidiger, David Parolo hingegen bringt mehr Schwung in den Angriff. Ich werde mich kurzfristig entscheiden, was wir gegen Dänemark benötigen. Vielleicht sind auch beide im 16köpfigen Kader», sagt Perkovac.

 

Erst später zu St. Otmar

 

Wegen der Spiele gegen Dänemark stösst Parolo erst später zu St. Otmar, das seit vergangener Woche wieder trainiert. Auch die Wohnungssuche in St. Gallen verzögert sich. «Nächste Woche werde ich dazu wohl kaum Zeit haben», sagt Parolo lachend. Zwischen den beiden Playoff-Partien schreibt er am Mittwoch in Zürich noch seine letzte Uni-Prüfung. An Bewährungsproben auf dem Feld und im Vorlesungssaal mangelt es dem 23-Jährigen derzeit nicht.

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